Møner Kreidezeiten mit wenig Wind

von emaloca / am 21.05.2018 / in Ostseetörns
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(2-2018) Seid vier Tagen sind wir unterwegs: ein Tag mit Wind zum Segeln, 2 Tage zum Motoren, ein Tag für das Fahrrad. Unser rund viermonatiger Segeltörn ‚Die kleine Ostseerunde‘ lässt sich untypisch an. Aber wir sehen fantastische Kreidefelsen auf Møn, Katena Nui und den ‚Pier to Heaven‘.

Bisher nur aus der Ferne bewundert, machen wir dieses Mal einen Stopp auf Møn. Von Gedser aus ging es leider nur unter Motor voran – dafür war es geradzu eine Blauwasserfahrt, denn die dänische Insel kam und kam nicht in Sicht. Auch dann nicht, als wir laut Plotter in 20 Minuten am Hafen Klintholm sein sollten.

Der Blick zurück auf dem Weg nach Schweden – ohne Seenebel

Nichts zu sehen, Seenebel verwehrte uns nicht nur den Blick auf die Küste, sondern vor allem auch auf die Hafeneinfahrt. „In 3 Minuten müssten wir da sein“ rief mir mein Skipper zu. Ich saß vorn am Bug und stierte mir die Augen aus dem Kopf. Nichts! Oder doch? Endlich kam aus dem Nebel eine große, wie mir schien hohe, rostige Wand. Leichte Panik, ein großes Schiff. Mein Skipper tippte auf die Kreidefelsen. 30 Meter davor endlich die Entwarnung: es war die riesige Mole. (Diese entpuppte sich später bei klarer Sicht als eine ganz normale Hafenmole, der Nebel hatte wohl unsere Fantasie angeregt). Wir fuhren direkt auf die Hafeneinfahrt zu. Im Hafen: Sonne.

Meisterleistung eines Menschen

Dort war nicht gerade Pfingstverkehr, nur ein paar Boote mit Silberhaarigen besetzt – wie unser einer. „Aber wir sind fitter, oder?!!!“ grenzten wir uns ab. Das gelang auch ganz gut, bis uns am nächsten Tag Demut gelehrt wurde. Zurück von unserem Fahrradausflug zu den Klippen kam uns am Steg Wilfried Erdmann mit seiner Frau entgegen.

Wir erstarrten in ungläubiger Ehrfurcht. Dort lag auch seine Kathena Nui. Das Aluminiumboot ist nicht größer als unseres und in diesem Boot hat Wilfried Erdmann im Jahr 2000 einhand und nonstopp die Welt umsegelt – gegen die vorherrschende Windrichtung. Eine Meisterleistung, zudem er da zu dem Zeitpunkt fast genauso alt war wie wir jetzt. Und wir finden so ein bisschen Seenebel schon aufregend.

Meisterleistung der Natur

Die bis zu 128 Meter hohen weißen Kreideklippen von Møn sind wirklich gigantisch. Im Kontrast dazu wächst auf ihrer Krone ein sattgrüner Buchenwald, durch den es fantastische Blicke auf die Felsen und das türkisfarbene Meer gibt. Über hunderte von Treppenstufen gelangt man an den Fuß der Klippen (und später wieder zurück….), die vor 100.000 Jahren von Gletschern aus dem Meer geschoben wurden.

Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt von Treppen, mit denen die rund 100 Höhenmeter überwunden werden.

Über Millionen von Jahren hat sich die Kreideschicht von Schalentieren auf dem Meeresboden gebildet.

Am nächsten Morgen bewundern wir die Klippen vom Meer aus, bevor es leider wieder unter Motor nach Ystad in Schweden geht. Diese Mal können wir noch stundenlang hinter uns die weißen Klippen in der Sonne sehen.

P.S

Den ‚Pier to heaven‘ wollen wir euch nicht vorenthalten. Leider war er geschlossen und wir konnten den Gin mit Møner Kräutern nicht testen, deshalb haben wir auch kein ‚Grab to go‘ mitgenommen!

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