Wenn der Paketmann zweimal klingelt

von emaloca / am 01.03.2015 / in Klönschnack
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Seit wir ein eigenes Boot haben, hat der Paketmann es im wahrsten Wortsinn nicht immer leicht. Letzten Winter kam z.B. ein riesiges, schweres, unhandliches Paket. „Was habt ihr denn da bestellt?“ ächzte der Arme. „Äh, das ist nur unser Bügelanker“, strahlte ich ihn begeistert an, „wir ankern gerne und stehen nicht so auf Häfen!“ ergänzte ich noch, aber sein Blick zeigte keinerlei Verständnis. Dafür kommentierte später mein Skipper mit Kennermiene, als er den 14 kg schweren Anker auspackte: „Der hält!“ und holte den Anker für ein paar Tage in sein Arbeitszimmer, wo er würdevoll auf seinem Teppich prangte.

Diesen Winter kam wieder ein riesiges, unhandliches aer nicht so schweres Paket. Ich klärte den Paketmann auf: „Das ist unsere Bordtoilette, die wollen wir demnächst einbauen!“ „Ach so, natürlich“, brummte er daraufhin.

Das dritte Paket war relativ klein und handlich, aber dafür schwer. Bevor er fragen konnte, beichtete ich: „Letztes Jahr haben wir doch den Bügelanker gekauft. Mein Skipper meint aber, ein Stück Kette dazu wäre doch sicherer als nur unsere Bleileine!“ Keinerlei Reaktion.

Das nächste Päckchen war klein, handlich und leicht. Leider wurde es von einer Vertretung gebracht. Es enthielt nur ein paar Schäkel, sonstige wichtige Schrauben und die Gastlandflaggen für unseren geplanten Sommertörn: die weiß-rote Flagge von Polen, die gelb, grün, rot gestreifte von Litauen, für alle Fälle noch die russische und natürlich die Europaflagge. Wie gern hätte ich sie dem Paketmann gezeigt, vielleicht hätte er dann besser verstanden.

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