Schirm, Schäre und Schietwetter

von emaloca / am 27.03.2015 / in Allgemein
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Das erste Mal schwedische Schären! Staunen über diese zuvor nicht gekannt Ostseeschönheiten: schroffe, blankpolierte Felsen, labyrinthische Wasserwelten und grüne Oasen (die Mücken lassen wir mal weg!). Wir waren von Bornholm in den schwedischen Gewässern bei Blekinge unterwegs. Nach kniffligen Navigationsübungen noch ohne Plotter jeden Abend die Qual der Wahl. Wo legen wir an? „Die ist zu flach!“ Das geht nämlich auch unter Wasser in der Regel so weiter wie über der Wasserlinie. Die nächste Schäre ist zu steil:“ Wer soll sich da halten?“ usw. Irgendwann entscheidet man sich für seine Schäre. Langsames Herantasten, okay tief genug, Heckanker im richtigen Moment raus, dann irgendwann der Sprung auf den Felsen, Leine in der Hand.

b-tjäroe

Nach einigen Tagen sind wir stolz wie Oskar, weil es immer geklappt hat. So auch beim Festmachen auf Tjärö, zwischen Karlshamn und Karlskrona. Wir wollten bei einem Abendspaziergang die Schäre noch ein wenig erkunden. Handy, Fotoapparat, Brieftasche und – ganz wichtig – unser Weltempfänger landeten in unserer Umhängetasche. Letzterer deswegen, weil wir noch kein Smartphone besaßen und den Seewetterbericht nicht verpassen wollten.

Mein Skipper ging zuerst von Bord – mit Umhängetasche. Es war kurz vorher ein leichter Regen gefallen, daher reichte ich ihm unseren schönen, bunten Regenschirm, hatte aber im selben Moment die Idee, mir den Zutritt zur Schäre etwas zu erleichtern. Daher hielt ich den Schirm fest und zog daran, um das Boot nur ein wenig näher an den Felsen zu bringen. Das Boot bewegte sich nicht, dafür aber mein Skipper auf rutschigem Flechtwerk. Wir warfen uns einen fassungslosen Blick zu. Aber keiner von uns beiden ließ los, bis mein Skipper beschleunigte und im Wasser landete. Es brauchte schon einen Augenblick, bevor er mitsamt Umhängetasche wieder aus der Ostsee kam, denn unter Wasser war der Felsen steil wie die Eiger Nordwand und mit schmierigen Algen bewachsen.

b-trockenaktion

Also kein Spaziergang! Stattdessen war eine Trocknungsaktion angesagt, denn nicht nur mein Skipper war durchnässt, sondern auch Geldscheine, Ausweispapiere, Führerschein …. eben alles, was sich so in einer Brieftasche befindet. Stundenlang wurde unser Weltempfänger auseinander- und wieder zusammengeschraubt, vergeblich, der Empfang war baden gegangen. Glücklicherweise hatte neben unserer Kamera (der Fototasche sei Dank) auch unser Klapphandy für 26,95 Euro überlebt. So bekamen wir die dwd-Windvorhersagen für den Rest des Urlaubs per SMS zuverlässig von unserem Segelfreund Jürgen aus Bad Segeberg.

Und was lernt uns die ganze Geschichte? Ein Skipper muss auch mal rechtzeitig loslassen können!

b-weltempfänger

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