Bücher-Meer

von emaloca am 06.11.2015 / in Klönschnack
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Das Segelboot ist aus dem Wasser, die Tage werden kürzer. Schmökerzeit ist angesagt, Weihnachtsgeschenke wollen gefunden werden! Bücher über das Meer sind doch dafür wunderbar geeignet. Ich selbst bin immer auf der Suche nach Anregungen. Vielleicht geht es anderen ja auch so. Daher hier ein paar Bücherempfehlungen! Darunter auch einige alte Schätzchen, die es vielleicht nur noch im Antiquariat gibt. Aber aktuelle Bücher werden ja schon andernorts besprochen.


b-buchkiste„Im Herzen der See. Die letzte Fahrt des Walfängers Essex“

Wer kennt nicht die Geschichte von Moby Dick und dem besessenen Captain Ahab, der den weißen Wal töten will und dabei zugrunde geht. Das Buch ‚ Im Herzen der See‘ beschreibt die wahre Geschichte, die die Grundlage für den Moby Dick-Roman von Hermann Melville gebildet hat. Der Autor Nathaniel Philbrick führt dem Leser das harte und brutale Leben der Walfänger vor Augen und nimmt ihn mit auf die letzte Fahrt des Walfängers Essex, der von einem riesigen Pottwal gerammt wird und untergeht. Die Männer können sich in Walfangboote retten und ein grausamer Überlebenskampf beginnt. Ein gut recherchiertes Sachbuch aber so packend geschrieben wie ein Krimi.

„Once ist enough“

Miles Smeeton beschreibt in seinem Buch wie er mit seiner Frau Beryl auf der 46 Fuß Ketch Tzu Hang in den Gewässern um Cap Horn auf den Spuren der alten Clipper segelt. Mit an Bord ist ihr Segelfreund John. Sie kommen in schweres Wetter und es kommt zur Katastrophe: das Boot überschlägt sich. Wie sie schaffen, zu überleben und das schwer beschädigte Boot soweit wieder seetüchtig zu machen, um nach Chile zu gelangen ist schon unglaublich. Doch damit nicht genug: sie reparieren das Boot fast ein Jahr lang (auch diese Beschreibung ist spannend), um dann zu zweit einen erneuten Versuch zu starten. „Once is enough“ heisst das Buch, weil das Ehepaar wieder kein Glück hat, dieses Mal kentern sie durch, aber wieder schaffen sie es bis nach Chile zurück. Soweit ich weiß, gibt es dieses Buch nur auf englisch.

„Die Inseln, auf denen ich strande“

Hier erzählt der Autor Lucien Deprijck in Ich-Form verschiedene Varianten von Inselstrandungen. 18 Geschichten sind es geworden: mal böse, mal witzig, mal melancholisch oder abenteuerlich – aber immer originell. 18 schöne Lesehappen! Da sie nicht zu lang sind, auch gut zum Vorlesen geeignet!

„Sturmkap. Um Kap Hoorn und durch den Krieg – die unglaubliche Reise von Kapitän Jürgens“

Der Titel beschreibt schon den Inhalt des Buches: Als 15jähriger umsegelt er mit einer Viermasterbark Kap Hoorn, kommt in Kriegsgefangenschaft, wird nach Chile, Afrika und Kanada verschlagen, um schließlich nach 7 Jahren wieder nach Hause zu kommen und eine Kapitänsausbildung zu machen. Dieses bewegte, ungewöhnliche Leben hat Stefan Krücken aufgeschrieben.

„Die Piroge“

Der Senegalesische Autor Abasse Ndione schreibt ganz schlicht und dafür umso eindringlicher die Geschichte auf, warum Menschen, die noch nie das Meer gesehen haben, sich mit Fischern aufmachen und mit einer Pirogge das gelobte Land Europa erreichen wollen. Sie verlassen Dorf und Familie nicht, weil sie ihre Heimat nicht lieben, sondern weil sie dort keine Arbeit und damit keine Anerkennung haben. Die Fanggründe der Fischer z.B. sind längst von den großen Trawlern leergefischt. Im Nachwort wird skizziert, wie die EU-Agrarpolitik dazu beiträgt, die dortigen Märkte und zu zerstören. Ein Buch gegen das Argument: „Die Flüchtlinge kommen doch nur zu uns, weil sie unser Geld wollen!“

„Seelenriffe“

Vater und Sohn (David und Daniel Hays) segeln von New London los, um Kap Hoorn zu umrunden – mit einem 25-Fuß-Boot. Spannend sind nicht nur die Segelerlebnisse, die Auseinandersetzung mit sich selbst, als der Sohn lange Strecken allein an Bord ist – spannend ist auch das Vater-Sohn-Verhältnis. Denn beide müssen lernen damit umzugehen, dass der Sohn der bessere Segler ist, dass der Vater älter wird…. Vater und Sohn beschreiben in unterschiedlichen Kapiteln ihre Sicht der Dinge. Ein Buch nicht nur für Väter und Söhne.

„Teeclipper“

Ein echter Schmöker, der in den 1860iger Jahren spielt. Eine Familiensaga in der es um vieles geht: den brutalen Konflikt zwischen Iren und Engländern, das Schwarzbrennen und Schmuggeln von Whiskey, die rasante Ausbreitung des Handels und den Bau von immer größeren, schnelleren Teeclippern, auf denen nicht nur Tee, sondern auch Opium und Sklaven transportiert werden. Autor: Johannes K. Soyener

„Bericht eines Schiffbrüchigen“

Gabriel Garcia Marquez erzählt die wahre Geschichte eines Schiffbrüchigen, der als Einziger die Schiffskatastrophe eines Kriegsschiffes überlebt. Auf einem Rettungsfloß in der Karibik „bekämpft er tagelang Hunger, Durst und die Gewalt des Meeres.“

Wenn jemand Büchertipps hat, bitte verraten!

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