Rückweg nach Fehmarn – zäh mit großem Finale

von emaloca am 15.09.2019 / in Allgemein
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(15-2019) Endlich sind wir in Orth auf Fehmarn,. Das Finale hat es in sich! Wir erfahren, dass akadamisches Anlegen nicht funktioniert, erleben einen zuvorkommenden Segler, der deswegen ins Wasser fällt und dafür noch eine Flasche Rum spendiert, wir kapern zu Dritt ein Charterboot und am Ende taucht auch noch der Skipper ab.

Auf Nostalgietripp durch die dänische Südsee

4 Tage Grenaa sind mehr als genug! Am letzten Tag sind sogar schon die Sanitäranlagen geschlossen. Regen hin oder her – wir fahren die 25 sm nach Ebeltoft fast die gesamte Strecke unter Motor gegen Wind, Strom und Welle. Am nächsten Morgen motoren wir ohne Wind weiter nach Aebelö, um vor dieser schönen Naturschutzinsel zu ankern. Dann geht es über Middelfart weiter in den kleinen Hafen Dyreborg.

Immer wieder kommen wir an uns bekannten Ankerplätzen oder Häfen vorbei. Hier in der dänischen Südsee haben wir schließlich unsere ersten Segeljahre verbracht.

 

Orth mit Einhandsegler und Chartercrew

Die letzten 53 sm bläst uns ein kräftiger Wind in nur 9 Stunden zu unserem Heimathafen – ohne Motor, gerefftes Segeln, fast kein Regen. Mit Edgar, einem Einhandsegler, der neben uns festmacht, kommen wir angenehm ins Klönen und trinken abends ein Bier zusammen. Er bloggt übrigens auch. Der Schnack wird am nächsten Abend in unserer Kuchenbude bei Rotwein fortgesetzt.

So kurz vor elf Uhr, der Wind weht kräftig, läuft noch ein Charterboot in den Hafen ein und will nicht weit von uns anlegen. Aber irgend etwas ist komisch, das Boot kommt nicht in die Box. Nachdem ich meinen Skipper und Edgar das 3. Mal darauf hingewiesen habe, dass die da draussen wohl ein Problem hätten, springt Edgar auf und sagt: „Komm, wir gehen die jetzt retten.“ Gerd folgt sofort.

Orth, immer wieder dramatisch!

Winddruck

Das Charterboot wird vom starken Wind an die Pfähle von 3 freien Boxen gedrückt. Missliche Lage, so kommt man weder aus der Box heraus, noch an Land. Mein Skipper turnt auf einem Nachbarboot herum, lässt sich eine Leine zuwerfen, geht damit wieder an Land und zieht das Boot allmählich mit dem Bug zur Mole.

Nachtschwimmen

Plötzlich ruft jemand: „Mann über Bord!“ Mein erster Gedanke: „Oh nein, diese Chartercrews!“ Dann höre ich die Stimme meines Skippers: „Nö, das ist Edgar!“Er wird von 2 Crewmitgliedern an Land gezogen, jetzt nur ohne Brille. Und alles bloß, weil er höflicherweise von Land aus der Crew eine Leine persönlich übergeben und nicht werfen wollte.

Der Morgen danach, nasse Relingsbeflaggung

Aber der Mann kann über sich selbst lachen, sprintet auf sein Boot, zieht trockene Sachen an, kommt mit Reservebrille auf der Nase wieder hoch und sagt: „Ich hab das Gefühl, dieser Abend ist noch nicht zu Ende!“ Und an Gerd gewandt: „Wir gehen jetzt doch zu den Jungs einen trinken, die haben uns ja eingeladen.“ Mein Skipper ist sofort dabei. „Und was ist mit mir?“ „Du bleibst hier, das ist Männersache!“ „Der Witz ist gut!“ und schon enter ich mit den beiden das Charterboot, war ich doch diejenige, die das Malheur überhaupt bemerkt hat.

Akademisches Anlegemanöver

Die 4 Jungs sind total nett, tischen uns Bier und Chips auf, denn „ohne euch würden wir da immer noch draussen hängen! Ihr habt uns den Arsch gerettet!“ Der Erklärung des Skippers, wie er sich das Anlegemanöver vorgestellt hat, kann ich nicht so ganz folgen, es ist irgendwas mit Mittelklampe belegen und Leinen fieren. Sein Kumpel unterbricht die Erläuterung: „Ich sag mal ganz ehrlich, das Navigieren in der Nachtfahrt, das hast du alles super gemacht, totales Vertrauen, aber das Anlegemanöver war mir irgendwie zu akademisch!“ Edgar und Gerd: „Ihr hättet ganz einfach gegen den Wind in die Box reinfahren sollen, dann wärt ihr nicht so leicht herumgedrückt worden.“

Tribut an Rasmus

Edgar steht auf und will rausgehen. Sprüche wie „Edgar, soll jemand mitkommen? Edgar, willst du nicht lieber deine Brille hierlassen?“ übergeht er souverän und kommt kurze Zeit später mit einer guten Flasche Rum wieder. Aber nicht nur deswegen ist die Stimmung an Bord sehr gut bis heiter mit angeregten Gesprächen.

Als die Rumflasche irgendwann fast zur Neige geht, ist es nach 2 Uhr. Wir lassen die Jungs wieder allein, einer ist schon im Sitzen eingeschlafen. Wir Alten sind da wesentlich entspannter, sind ja auch nicht mehr berufstätig.

Mein Skipper taucht ab!

Am nächsten Morgen zwängt mein Skipper sich in seinen sehr alten Neoprenanzug („Der ist irgendwie eingelaufen!“) und taucht nach Edgars Brille. Vergeblich, die bleibt eine Opfergabe für Rasmus, hatten wir ihn doch bei der Rumflasche vergessen!

Unser Törn 2019

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